APA-Literaturverzeichnis - Neun vermeidbare Fehler

Arndt Regorz, Dipl. Kfm. & BSc. Psychologie, Stand: 18.01.2019


Neben inhaltlichen Herausforderungen bei der Erstellung einer Hausarbeit, Bachelorarbeit oder Masterarbeit im Fach Psychologie sind auch eine Vielzahl an formalen Regeln zu beachten. Und die Regeln der APA zum korrekten Wiedergeben von Quellen und zum Erstellen des Literaturverzeichnisses sind sehr ausführlich. In der sechsten Auflage das APA-Manuals (APA, 2010) nehmen die entsprechenden Kapitel 6 und 7 fast 50 Seiten ein.

Damit gibt es zahlreiche Möglichkeiten, etwas falsch zu machen. Viele Regeln betreffen aber auch Details und seltene Spezialfälle. Doch einige Fehlerquellen kommen fast für jedes Literaturverzeichnis in Frage. Im Folgenden werden also ohne Anspruch der Vollständigkeit neun Fehlerquellen vorgestellt, die Sie besonders beachten sollten, wenn Sie Ihr Literaturverzeichnis vor Abgabe Ihrer Arbeit kontrollieren.

Ausdrücklich kann dieser Beitrag nicht alles umfassen, was man hinsichtlich APA beachten muss. Sondern es geht um eine Reihe von Regelungen, die man besonders leicht falsch machen kann – gerade auch, wenn man ein Literaturverwaltungsprogramm verwendet und sich darauf verlässt, dass damit schon korrekte Einträge erzeugt werden (was nicht immer der Fall ist!).

(Und diese Aufstellung bezieht sich ausdrücklich auf die Regeln nach APA, nicht auf die nach DGPs.)

Inhalt

  1. Groß-/Kleinschreibung bei Zeitschriftenaufsätzen und Buchtiteln
  2. Heftnummer bei Journalartikeln
  3. Initialen bei Herausgebern
  4. Internetquellen – kursiv oder nicht?
  5. Bücher: Bundesstaat bzw. Land?
  6. Journals: Doi bzw. URL
  7. Jahresangabe mit Buchstabe
  8. Reihenfolge der Einträge
  9. Vollständigkeit der Einträge
  10. Quellen

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1. Groß-/Kleinschreibung bei Zeitschriftenaufsätzen und Buchtiteln

Englischsprachige Journals unterscheiden sich darin, wie sie in den Titeln von einzelnen Artikeln mit der Groß- und Kleinschreibung umgehen, ebenso Buchverlage hinsichtlich von Buchtiteln. So kann es z.B. zu solchen Einträgen kommen, wenn man Literaturverwaltungsprogramme, Google Scholar u.ä. nutzt:

falsch:
Mickelson, R. A. (2003). When Are Racial Disparities in Education the Result of Racial Discrimination? A Social Science Perspective. Teachers College Record, 105, 1052-1086. http://dx.doi.org/10.1111/1467-9620.00277

Für die Einträge im Literaturverzeichnis ist jedoch sowohl für Artikeltitel als auch für Buchtitel (nicht jedoch für Journalnamen) die Groß-/Kleinschreibung im Wesentlichen an übliche englische Rechtschreibung anzupassen: Anfang groß, nach Doppelpunkt groß, Namen („proper nouns“) groß (APA, 2010, p. 101). Daher muss man die übernommenen Einträge häufig noch per Hand anpassen.

korrigiert:
Mickelson, R. A. (2003). When are racial disparities in education the result of racial discrimination? A social science perspective. Teachers College Record, 105, 1052-1086. https://dx.doi.org/10.1111/1467-9620.00277

2. Heftnummer bei Journalartikeln

Wenn man einen Journalartikel über ein Literaturverwaltungsprogramm automatisch erfasst (z.B. über den doi), dann ergibt sich häufig so ein Eintrag:

falsch:
Barreto, M., & Ellemers, N. (2005). The burden of benevolent sexism: How it contributes to the maintenance of gender inequalities. European journal of social psychology, 35(5), 633-642. https://doi.org/10.1002/ejsp.270

Das Problem ist hier die in Klammern nach dem Band stehende Heftnummer. Diese ist für Artikel in Fachzeitschriften nur zugelassen, wenn jedes Heft die Seitenzählung wieder bei 1 beginnt (APA, 2010, p. 186). Und das ist in der überwiegenden Zahl der Journals nicht der Fall.

Theoretisch müsste man jetzt bei jedem Journalartikel prüfen, ob in diesem Journal die Seitenzählung jahrgangsbezogen oder heftbezogen ist. In der Praxis ist das aber zum Glück nicht nötig.

Spätestens ab der Heftnummer 3 eines Jahrgangs ergibt es sich eigentlich aus der Seitenzahl. Wenn z.B. bei Heft 6 als Seitenzahlen 330-338 angegeben sind, kann man normalerweise davon ausgehen, dass das die Zahlen ab Beginn des Jahrgangs/Bandes sind – eine einzelne Zeitschriftenausgabe hat normalerweise nicht viele hundert Seiten. Wenn beim Heft 6 die Seitenzahlen jedoch 30-38 sind, dann ist es ebenfalls klar: Hier wird in jedem Heft neu gezählt, und deshalb muss dann die Angabe zum Heft mit dazu. Nur bei den Heftnummern 1 und 2 kann man es sich meistens nicht aus der Seitenzahl erschließen, da kann ein Blick auf die Internetseite des Journals sinnvoll sein, um auf Nummer sicher zu gehen.

korrigiert:
Barreto, M., & Ellemers, N. (2005). The burden of benevolent sexism: How it contributes to the maintenance of gender inequalities. European journal of social psychology, 35, 633-642. https://doi.org/10.1002/ejsp.270

3. Initialen bei Herausgebern

Bei Beiträgen aus einem Sammelband werden sowohl für den/die Autor/en als auch den/die Herausgeber die Initialen mit angegeben. Da bei den Autoren des Artikels die Initialen nachgestellt werden, macht man leicht folgenden Fehler:

falsch:
Levy, B. R., & Banaji, M. R. (2002). Implicit ageism. In Nelson, T. D. (Ed.), Ageism: Stereotyping and prejudice against older persons (pp. 49-75). Cambridge, MA: The MIT Press.

Aber anders als bei den vorne genannten Autoren werden bei den Herausgebern in der Mitte des Literaturbelegs die Initialen nicht nachgestellt (APA, 2010, p. 202). Vermutlich deshalb, weil es hier nicht nötig ist – die Invertierung bei den Autoren des Beitrags dienst primär dazu, dass man nach deren Nachnamen das Literaturverzeichnis sortiert.

korrigiert:
Levy, B. R., & Banaji, M. R. (2002). Implicit ageism. In T. D. Nelson (Ed.), Ageism: Stereotyping and prejudice against older persons (pp. 49-75). Cambridge, MA: The MIT Press.

4. Internetquellen – kursiv oder nicht?

Für Bücher und Zeitschriften lernt man normalerweise recht schnell, was kursiv gesetzt werden muss (Zeitschriftenname und Bandangabe, Buchtitel). Doch bei anderen Quellen, gerade im Bereich der „grauen Literatur“ ist man sich dann nicht so sicher:

falsch:
Abrams, D., Vauclair, C.-M., & Swift, H. (2011). Predictors of attitudes to age across Europe (Research Report RR735). Retrieved from UK government website: https://www.gov.uk/government/publications/predictors-of-attitudes-to-age-across-europe-rr735

Auch bei den meisten anderen Quellen ist der Titel kursiv zu setzen. Das betrifft nach APA (2010) beispielsweise auch „technical and research reports“ (pp. 205-206), „meetings and symposia“ (pp. 206-207), Doktorarbeiten und Masterarbeiten (pp. 207-208) und die meisten „unpublished and informally published works“ (pp. 211-212).

Anders hingegen es z.B. bei Software (p. 210) oder bei Blogs und Internetforen (pp. 214-215).

korrigiert:
Abrams, D., Vauclair, C.-M., & Swift, H. (2011). Predictors of attitudes to age across Europe (Research Report RR735). Retrieved from UK government website: https://www.gov.uk/government/publications/predictors-of-attitudes-to-age-across-europe-rr735

5. Bücher: Bundesstaat bzw. Land?

Bei Büchern wird Verlagsort und Verlagsname angegeben. Dabei übersieht man leicht eine dritte nötige Angabe:

falsch:
Field, A. (2013). Discovering statistics using IBM SPSS statistics: And sex and drugs and rock 'n' roll (4th edition). Los Angeles: SAGE.

Nach dem Verlagsort ist innerhalb der USA das zweistellige Kürzel für den Bundesstaat (gem. U.S. Postal Service) anzugeben, bei Orten außerhalb der USA der ausgeschriebene Name des Landes (APA, 2010, p. 187).

Bei einer Veröffentlichung außerhalb der USA sind hier ggf. je nach Richtlinien der Institution andere Regelungen möglich (z.B. für die Frage, ob man bei einem deutschen Verlagsort dann „..., Germany:...“ schreiben muss oder nicht).

korrigiert:
Field, A. (2013). Discovering statistics using IBM SPSS statistics: And sex and drugs and rock 'n' roll (4th edition). Los Angeles, CA: SAGE.

6. Journals: Doi bzw. URL

Je nachdem, wo man die Literatur sucht, findet man nicht für jeden Zeitschriftenartikel sofort eine doi-Angabe oder eine URL der Zeitschrift, wo man diese herunterladen kann.

unvollständig:
Ahmed, A. M., Andersson, L., & Hammarstedt, M. (2012). Does age matter for employability? A field experiment on ageism in the Swedish labour market. Applied Economics Letters, 19, 403-406.

Hier ist es sinnvoll, das Literaturverzeichnis auf fehlende dois bzw. URLs durchzusehen, da eines von beiden angegeben werden sollte (APA, 2010, p. 191). Häufig wird man dann durchaus fündig, auch bei älteren Artikeln, die später digitalisiert worden sind. Lediglich bei Journals aus Vor-Internetzeiten, die zwischenzeitlich eingestellt worden sind, hat man häufig keine Chance.

korrigiert:
Ahmed, A. M., Andersson, L., & Hammarstedt, M. (2012). Does age matter for employability? A field experiment on ageism in the Swedish labour market. Applied Economics Letters, 19, 403-406. https://doi.org/10.1080/13504851.2011.581199



Alle vorstehenden Fehlerquellen beziehen sich auf einzelne Einträge im Literaturverzeichnis. Die folgenden möglichen Fehler hingegen beziehen sich auf mehr als einen Eintrag oder das ganze Verzeichnis:

7. Jahresangabe mit Buchstabe

Mitunter findet man im Literaturverzeichnis Beiträge mit einem Buchstaben hinter der Jahreszahl.

falsch:
North, M. S., & Fiske, S. T. (2012). An inconvenienced youth? …
North, M. S., & Fiske, S. T. (2013b). A prescriptive intergenerational-tension ageism scale:...
North, M. S., & Fiske, S. T. (2016). Resource scarcity and prescriptive attitudes...

Das ist dann richtig und notwendig, wenn von einem Autoren (oder einer Autorenkombination) in einem Jahr mehr als ein Beitrag im Verzeichnis enthalten ist (APA, 2010, p. 182).

Doch wie kommt es dann zu isolierten Einträgen mit Buchstaben (a, b etc.) wie oben im Beispiel, wo es nur einen einzigen Beitrag des Autors für das Jahr gibt? Es könnte z.B. daran liegen, dass einfach eine Quelle aus einem anderen Beitrag abgeschrieben worden ist und im Extremfall gar nicht selbst gelesen wurde.

korrigiert:
North, M. S., & Fiske, S. T. (2012). An inconvenienced youth? …
North, M. S., & Fiske, S. T. (2013). A prescriptive intergenerational-tension ageism scale:...
North, M. S., & Fiske, S. T. (2016). Resource scarcity and prescriptive attitudes...

8. Reihenfolge der Einträge

Die Reihenfolge der Einträge im Literaturverzeichnis erscheint einfach: Alphabetisch (nach Erstautor, bei gleichem Erstautor nach Zweitautor usw.) und innerhalb eines Autors (oder einer Autorengruppe) nach Veröffentlichungsjahr (APA, 2010, pp. 181-182). Insbesondere bei automatischer Erstellung kommt das aber nicht immer so heraus:

falsch:
Kite, M. E., & Wagner, L. S. (2002). Attitudes toward older adults...
Kite, M. E., Stockdale, G. D., Whitley, B. E., & Johnson, B. T. (2005). Attitudes toward younger and older adults...

Warum beispielsweise bei Citavi manchmal derartige Reihenfolgefehler vorkommen können, weiß ich nicht sicher. Im o.g. Beispiel könnte es daran liegen, dass das „&“-Zeichen einen kleineren Buchstabencode hat als der Buchstabe „S“. Es empfiehlt sich, am Ende die Sortierung des eigenen Verzeichnisses nochmals per Hand zu prüfen.

korrigiert:
Kite, M. E., Stockdale, G. D., Whitley, B. E., & Johnson, B. T. (2005). Attitudes toward younger and older adults...
Kite, M. E., & Wagner, L. S. (2002). Attitudes toward older adults...

9. Vollständigkeit der Einträge

Zuletzt zur wichtigsten bzw. gefährlichsten Fehlerquelle: ein unvollständiges Literaturverzeichnis. Im Vergleich zu den vorher genannten Fehlern kann es gravierendere Konsequenzen haben, da dann nicht alle verwendeten Quellen belegt sind.

Fehler entstehen hier vor allem durch spätere Änderungen oder Ergänzungen des eigentlichen Inhaltsteils, wenn diese nicht im Literaturverzeichnis nachvollzogen worden sind. Neben dem Fehlen von im Text genannter Quellen kann auch das Gegenteil passieren: Es bleiben Quellen im Literaturverzeichnis aufgeführt, die wegen entsprechender Kürzungen im Text der Arbeit gar nicht mehr enthalten sind.

Insofern sollte man in der endgültigen Version der eigenen Arbeit nochmals alle Quellenverweise in der Arbeit mit dem Literaturverzeichnis abgleichen – damit alle verwendeten Quellen (aber auch nur diese) im Literaturverzeichnis belegt sind.

10. Quellen

American Psychological Association (2010). Publication manual of the American Psychological Association. Washington, DC: American Psychological Association.


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